Wie die deutsche Autoindustrie sich selbst ausbremst
Mittwoch, Dezember 23rd, 2009Die Deutschen waren auf dem Gebiet der Automobilisierung lange Zeit führend. Zumindest im 19. und 20. Jahrhundert. Sie haben eine Branche geschaffen, die mit neuen Techniken und Visionen den asphaltierten Weg Richtung Zukunft eingeschlagen hat und immer höher, schneller, weiter wollte. Der Gedanke an die Umwelt blieb dabei allerdings lange Zeit auf der Strecke und so muss die deutsche Autoindustrie jetzt zusehen, wie andere Nationen vorbeiziehen. Neue technische Errungenschaften? Fehlanzeige! Das übernehmen mittlerweile die Chinesen!
Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselantrieb sind Auslaufmodelle. Zwei Drittel der Autofahrer achten heute beim Autokauf auf den CO2-Ausstoß und werden in Deutschland enttäuscht. Hybrid- und Elektroautos, die auch für den Normalverdiener erschwinglich sind, haben Seltenheitscharakter, denn die Autoindustrie hat das Interesse der Kunden an batteriebetriebenen Autos massiv unterschätzt.
Es scheint, als wäre für viele Hersteller nach wie vor die PS-Stärke entscheidend. Und genau das ist der Grund, warum andere Nationen einen Aufschwung erleben. China baut Elektrofahrzeuge und wird bald der größte Fahrzeugproduzent der Welt sein. Selbst die USA haben keine Chance. Deutsche Hersteller und Politiker müssen ihre Einstellung zum Auto und zur Umwelt radikal ändern, denn nur wenn günstige abgasfreie Autos produziert werden, können diese auch gekauft werden.
Zur Erfüllung der CO2-Regularien der EU bis 2020 sind übrigens Mehrkosten von 200 Milliarden Euro zu erwarten. Dies wird einen verstärkten Arbeitsplatzabbau und Jobverlagerungen mit sich bringen.