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Sinkender Umsatz in der Autoindustrie verursacht nur geringen Stellenabbau

Donnerstag, August 13th, 2009

Die weltweite Absatzkrise hat viele Autohersteller hart getroffen. Dank Kurzarbeit ist es aber zu einem relativ geringen Stellenabbau gekommen: In den letzten 12 Monaten gab es einen Rückgang von nur 2,5 Prozent, während der Umsatz um satte 40 Prozent eingebrochen ist.

Die Stammbelegschaft soll so gut wie möglich gehalten werden, so Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbandes VDA. Deswegen sei besonders die Abwrackprämie für viele Hersteller und Zulieferer in diesem Jahr ein stabilisierendes Instrument. Allerdings ist die Erfolgsverteilung asymmetrisch und nicht alle Hersteller haben etwas von der steigenden Nachfrage. Derzeit sind besonders kleinere und kompaktere Modelle gefragt.

Wissmann weiß, dass das hohe Niveau, das durch die Abwrackprämie erreicht wurde, im nächsten Jahr nicht zu halten sein wird. Wichtig für den Auftrieb der heimischen Industrie ist vor allem der Erfolg auf den Auslandsmärkten. Da ein Ende der Absatzkrise aber noch lange nicht in Sicht ist, lässt sich bisher wenig ableiten.

Der Einsatz von Internet-Software im Auto

Dienstag, August 4th, 2009

Microsoft sieht ein großes Potenzial im Einsatz von Internet-Software im Auto und will deshalb mit internetbasierten Diensten zu einem umweltfreundlicheren Fahrverhalten verhelfen. Freisprecheinrichtung, Daten-Synchronisation, Navigation und Informationsdienste auf Knopfdruck bzw. via Sprachsteuerung könnten für Autofahrer bald selbstverständlich sein.

Musik und Videos wiedergeben, surfen, Dateien empfangen oder versenden. All das ist nicht nur im Büro oder zu Hause möglich, sondern auch im Auto. Fahrzeuge werden zu rasenden Rechnern und können sogar Befehle in mehreren Sätzen empfangen.

Ein gutes Beispiel für die Interaktivität im Auto ist das eco-drive-Programm, das vom italienischen Autohersteller Fiat auf der Basis der Software-Plattform Microsoft-Auto entwickelt wurde. Daten zur Beschleunigung, Geschwindigkeit, Bremsvorgängen und Schaltung können damit gesammelt und anschließend ausgewertet werden. Alles, was der Fahrer benötigt, ist ein USB-Stick für den Bordcomputer, damit die Daten daheim ausgelesen werden können.

Auf der eco-drive-Webseite tauschen sich bereits über 15.000 User aus.

Auto-Erlebniswelten als Familienattraktion

Freitag, Juli 31st, 2009

Zu Deutschlands Familienattraktionen zählen nicht, wie viele vielleicht denken, die klassischen Freizeit- und Vergnügungsparks, sondern längst Auto-Erlebniswelten. Ob die Autostadt von Volkswagen, das Mercedes-Benz Museum oder die BMW Welt - Autohersteller haben das Geschäft übernommen.

Die Autostadt Wolfsburg besuchen jährlich rund 1,94 Millionen Menschen, beim Mercedes-Benz Museum in Stuttgart sind es eine Million Besucher und bei der BMW Welt waren es im ersten Jahr rund 850 000 Gäste. Zum Vergleich: Den Europapark Rust besuchen jährlich ca. vier Millionen.

Lukrativ sind die Auto-Erlebniswelten besonders für die Hersteller, denn mit den angeschlossenen Restaurants oder Hotels lässt sich jede Menge Geld verdienen. Zuschüsse werden nicht benötigt. Unbezahlbar ist, dass Kunden und Interessenten einer Marke näher zusammengebracht werden können, denn Emotionen, die für das Image einer Marke entscheidend sind, können in Erlebniswelten besonders gut transportiert werden.

Talfahrt am US-Automarkt

Mittwoch, Juli 29th, 2009

28 Prozent weniger verkaufte Fahrzeuge als im Jahr zuvor Das ist die niederschmetternde Bilanz am US-Automarkt. Doch auch in Deutschland sieht es nicht besser aus, alle Autobauer mussten Absatzeinbußen hinnehmen und Porsche hat es besonders hart getroffen. Im Juni konnte der Sportwagenbauer in den USA gerade mal 1.072 Fahrzeuge verkaufen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet das ein Minus von 62 Prozent!

Aber auch Premium-Marken wie Daimler oder BMW erging es nicht besser. Daimler verkaufte 26 Prozent weniger Fahrzeuge, da sich vor allem der Kleinwagen-Absatz halbiert hat. BMW blieb bei einem relativ stabilen Minus von 20 Prozent. Zusammen haben beide Autohersteller im Land der unbegrenzten Möglichkeiten im ersten Halbjahr rund 28 Prozent weniger Autos verkauft.

Der einzige Autobauer, der der Krise zu trotzen scheint, ist Audi. Das minimale Minus von 8 Prozent konnte allerdings auch der Konzernmutter VW nicht helfen - 18 Prozent Absatzrückgang zeigt hier die Bilanz. Dem größten Konkurrenten Toyota erging es allerdings auch nicht viel besser.

Besser hat es da Ford. Das Unternehmen profitiert von der Insolvenzkrise der beiden größten US-Bauer und musste lediglich ein Absatzminus von elf Prozent hinnehmen, während GM und Chrysler 34 Prozent bzw. 42 Prozent weniger Autos verkaufen konnten.

Die Hoffnung auf eine Wende und damit ein Ende der Talfahrt ist groß.

Auf Indiens Straßen rollt der erste Tata Nano

Freitag, Juli 17th, 2009

Es ist soweit: In Indien ist der erste Tata Nano an seinen Besitzer übergeben worden. Der 59-jährige Raghunath Vichare hat bei einer Lotterie gewonnen und damit das Glück den ersten Wagen fahren zu dürfen. Für das wohl günstigste Auto der Welt (1500 Euro) liegen bereits 200.000 Bestellungen vor. Bis Ende 2010 sollen die ersten 100.000 Nanos, die unter allen Bestellern ausgelost wurden, ausgeliefert werden. Für 2011 haben sich bereits weitere rund 55.000 Käufer einen Auslieferungstermin gesichert.

Der Tata Nano wurde in den letzten Monaten bereits als Wunder-Auto vermarktet. Für den Preis von 1500 Euro hat er außer einem kleinen Kofferraum, einem Scheibenwischer und einem Heckmotor aber nicht viel zu bieten. Wer eine Servolenkung oder ein Radio wünscht, muss dafür extra zahlen. Airbag und Antiblockiersystem gehören ebenfalls nicht zur Grundausstattung.

Zweite Chance für General Motors

Samstag, Juli 11th, 2009

Um eine Sanierung von General Motors zu ermöglichen, hat das Insolvenzgericht die Verstaatlichung des Traditionskonzerns genehmigt und lässt damit viele unzufriedene Gläubiger zurück. Die rettende Übernahme soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden und damit viel schneller als gedacht. Mitte Juni konnte bereits das Insolvenzverfahren von Chrysler nach nur 40 Tagen beendet werden. Verantwortlich für den Neustart war der Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns.

Chevrolet und Cadillac zählen zu den besten Marken von GM und damit zu den lukrativsten Konzernteilen. Alle anderen Lasten, sprich Werke und Händler, werden in der Insolvenz zurückgelassen und dicht gemacht. Damit fallen weitere zehntausend Jobs weg. Am neuen GM-Konzern, der Chevrolet und Cadillac übernimmt, sollen die USA und Kanada gemeinsam die Mehrheit halten, mit 72,5 Prozent. Erste Teile davon könnten 2010 schon wieder an die Börse gehen.

Die Abwrackprämie wird nicht aufgestockt

Sonntag, Juli 5th, 2009

Fünf Milliarden Euro und keinen Cent mehr. Die Koalition hat endgültig beschlossen, dass die Abwrackprämie, die bereits im Mai von 1,5 auf 5 Milliarden Euro aufgestockt worden war, nicht verlängert wird. Eine Entscheidung, die für viele zu spät kommt. CDU und FDP verglichen die Autoindustrie bereits mit einem Drogenabhängigen, der auf den nächsten „Schuss” wartet und warnten vor den Entzugsfolgen. Die 5 Milliarden werden vor Jahresende ausgeschöpft sein. Experten rechnen sogar damit, dass dies möglicherweise schon im September, dem Monat der Bundestagswahl, der Fall sein könnte.

Jetzt, wo das Ende der Prämie nah ist, wird die Kritik an der Abwrackprämie immer lauter. Steffen Kampeter, der haushaltspolitische Sprecher der Union, der zuvor Forderungen nach einer Verlängerung zurückgewiesen hatte, plädiert für Konzepte, mit denen die kommenden Herausforderungen gemeistert werden wollen. Andere werden deutlicher und betiteln die Abwrackprämie als „ökologischen und ökonomischem Unsinn, der zu erheblichen Marktverzerrungen führt” und dafür sorgt, dass der „Neuwagenmarkt im nächsten Jahr richtig einbrechen wird”.

Noch ist Geld für 280.000 Fahrzeuge übrig.

Das Reich der Mitte wird zum Zugpferd

Sonntag, Juni 28th, 2009

China nähert sich den USA und damit dem größten Automobil-Markt der Welt. Nach Schätzungen des deutschen Verbandes der Automobilindustrie steigen die Pkw-Zulassungen im Reich der Mitte binnen Jahresfrist um 55 Prozent auf 728.300 Fahrzeuge an. Wenn es nach Stückzahlen geht, ist China bereits der größte Auslandsmarkt für die deutschen Autobauer. Wie machen die das? Ganz einfach: Mit staatlichen Programmen und einer Senkung der Verkaufssteuer. So konnte China die Konjunktur trotz weltweiter Absatzkrise mächtig angekurbelt. Ganz im Gegensatz zu den restlichen Nationen.

Immer mehr Staaten in Europa bremsen sich mit der Abwrackprämie gegenseitig aus und verzeichnen nur noch sinkende Verkaufszahlen. In den EU-Ländern Osteuropas sieht es noch schlechter aus. Die Neuzulassungen brachen um 26 Prozent ein. Allein auf dem russischen Automobilmarkt waren es 58 Prozent.

Die Chinesen haben den Trend erkannt. Sie sehen ihre Zukunft in alternativer Antriebstechnik und investieren, trotz Krise, um konkurrenzfähig zu bleiben.

BMW und das sonderbare Appell ans Mitarbeiter-Gewissen

Montag, Juni 22nd, 2009

Mit der Absatzflaute hat jeder Autohersteller zu kämpfen. Auch BMW. Das bayrische Unternehmen hat allerdings ganz eigene Mittel und Wege gefunden, um die Krise abzuwenden. In den Werken Berlin, Dingolfing, Regensburg, München und Leipzig wurden firmeneigene Parkhäuser inspiziert, um herauszufinden, welche Mitarbeiter Konkurrenzmodelle fahren. Geplant war ein Appell ans Gewissen.

Wer als BMW-Angestellter einen Ford oder einen VW fährt, durfte sich deshalb über ein Postkärtchen an der Windschutzscheibe freuen. „Sie arbeiten gerne bei uns. Sie wissen Ihren Arbeitsplatz und Ihr Einkommen zu schätzen. Aber Sie fahren ein Fahrzeug der Konkurrenz.” Dieser Text klemmte hinter rund 7.000 Scheibenwischern. Eine Aktion, auf die viele mit Unverständnis reagierten, vor allem die Gewerkschaft.

Während sich der Chef der bayrischen IG-Metall eindeutig dafür ausspricht, dass der „Job und die Existenz eines Mitarbeiters nicht davon abhängig sein können, welche Produkte er kauft”, reagiert die Konkurrenz belustigt und weist im Fall von VW darauf hin, dass fast alle Mitarbeiter ein Fahrzeug der eigenen Marke fahren, da die Leasing-Angebote unschlagbar sind.

Zeigt her eure Autos

Samstag, Juni 20th, 2009

Der deutsche Automarkt ist im Mai mit 384.578 neu zugelassenen Fahrzeugen um rund 40 Prozent gewachsen und hat damit den Wiedervereinigungsboom von 1991 übertroffen. All die Autos, die in den letzten Wochen gekauft mit Hilfe der Abwackprämie finanziert worden, finden sich jetzt langsam auf den Straßen.

Abwrack-Sieger ist dabei ganz klar Volkswagen. Im Mai kamen die Wolfsburger auf 82.108 Neuzulassungen und konnten so gegenüber dem April ein Plus von 60,2 Prozent einfahren. Opel landete auf Platz 2 und konnte mit 39.250 Fahrzeugen einen Zuwachs von 57,1 Prozent verzeichnen. Mit 30.876 Neuzulassungen sicherte sich Ford den dritten Platz. Dahinter landete BMW, trotz eines Rückgangs von 6,7 Prozent. Unter die Top 5 schaffte es außerdem erstmals Renault. Gegenüberdem Vorjahresmonat konnte das Unternehmen ein Plus von 117 Prozent verzeichnen.