BMW und das sonderbare Appell ans Mitarbeiter-Gewissen
Montag, Juni 22nd, 2009Mit der Absatzflaute hat jeder Autohersteller zu kämpfen. Auch BMW. Das bayrische Unternehmen hat allerdings ganz eigene Mittel und Wege gefunden, um die Krise abzuwenden. In den Werken Berlin, Dingolfing, Regensburg, München und Leipzig wurden firmeneigene Parkhäuser inspiziert, um herauszufinden, welche Mitarbeiter Konkurrenzmodelle fahren. Geplant war ein Appell ans Gewissen.
Wer als BMW-Angestellter einen Ford oder einen VW fährt, durfte sich deshalb über ein Postkärtchen an der Windschutzscheibe freuen. „Sie arbeiten gerne bei uns. Sie wissen Ihren Arbeitsplatz und Ihr Einkommen zu schätzen. Aber Sie fahren ein Fahrzeug der Konkurrenz.” Dieser Text klemmte hinter rund 7.000 Scheibenwischern. Eine Aktion, auf die viele mit Unverständnis reagierten, vor allem die Gewerkschaft.
Während sich der Chef der bayrischen IG-Metall eindeutig dafür ausspricht, dass der „Job und die Existenz eines Mitarbeiters nicht davon abhängig sein können, welche Produkte er kauft”, reagiert die Konkurrenz belustigt und weist im Fall von VW darauf hin, dass fast alle Mitarbeiter ein Fahrzeug der eigenen Marke fahren, da die Leasing-Angebote unschlagbar sind.