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Jedem fünften Autozulieferer droht der Konkurs

Montag, November 23rd, 2009

Obwohl sich die Autoindustrie langsam wieder von der Absatzkrise zu erholen scheint, haben Autozulieferer mächtig zu kämpfen. Die letzten Monate haben so manches Unternehmen in die Pleite getrieben und laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B ist jeder fünfte Autozulieferer vom Konkurs bedroht.

In den letzten Wochen ist die Zahl der gefährdeten Unternehmen um fast 70 Prozent gestiegen und derzeit sind 1100 Autozulieferer akut gefährdet. Besonders der starke Aufschwung könnte die betroffenen Unternehmen zusätzlich schwächen. Denn da viele ihre Lagerbestände abgebaut haben, müssten sie für eine höhere Produktion und den Einkauf der notwenigen Rohstoffe wieder Geld investieren. Wer wenig Eigenkapital hat, dem könnte dann die Zahlungsunfähigkeit drohen.

Wie die Autoindustrie weltweit angekurbelt wird

Sonntag, Oktober 11th, 2009

Während die Abwrackprämie in Deutschland und den USA bereits ausgelaufen ist, geht es in vielen anderen Ländern locker weiter. Das Modell der Abwrackprämie hat auch andere Nationen überzeugt und angesteckt. Dabei werden nicht nur Gebrauchtwagen, sondern sogar Neuwagen verschrottet. Ein kurzer Überblick:

USA - Cash for Clunkers

Für die Amerikaner stand ein Budget von 1 Mrd. Dollar für die Verschrottung ihrer Altfahrzeuge zur Verfügung. Da dieses aber schon innerhalb weniger Tage aufgebraucht war, wurde einer Aufstockung um 2 Mrd. Dollar zugestimmt.  Für die Verschrottung waren nicht das Alter, sondern der Verbrauch entscheidend. Käufer erhielten zwischen 3500 und 4500 Dollar/Auto. Das Programm ist am. 24 August ausgelaufen, es gab keine Verlängerung.

Großbritannien - Bangers for Cash

In Großbritannien wurde die Abwrackprämie im Mai eingeführt. Britische Käufer konnten sich 2000 Pfund sichern, wenn sie ihr mindestens 10 Jahre altes Fahrzeug verschrotten ließen und sich für einen umweltfreundlichen Neuwagen entschieden. Insgesamt stand ein Budget von 300 Mio. Pfund zur Verfügung. Die Prämie wurde im Rahmen der „Green Recovery” beschlossen, die auch die flächendeckende Einführung von Elektroautos vorsieht.

Frankreich - Sonderzahlungen

Die Franzosen haben bereits vor einiger Zeit mit der Abwrackprämie experimentiert, hatten aber nur mäßigen Erfolg. Das französische Programm sieht, seit Dezember 2008, Sonderzahlungen in Höhe von 1000 Euro/Wagen vor. Das zu verschrottende Auto muss mindestens 10 Jahre alt sein und der Neuwagen darf höchstens 160 Gramm CO2/km ausstoßen. Für das Programm sind Kosten in Höhe von 390 Mio. Euro eingeplant.

Spanien - Erst zinsloses Darlehen, dann Prämie

Bevor die Spanier im Mai eine Abwrackprämie in Höhe von 2000 Euro/Wagen eingeführt haben, gab es ein zinsloses Darlehen über maximal 10.000 Euro. Das wurde schnell als zu kompliziert empfunden und eingestampft. Die Kosten für die Abwrackprämie werden zur Hälfte vom Staat und zur Hälfte von den Herstellern getragen.

Slowakei - Kein Halt vor Neuwagen

In der Slowakei wird zwischen Alt- und Neuwagen nicht wirklich unterschieden. Pro Auto gibt es 1000 Euro vom Staat und einen Händlerrabatt von 500 Euro. Neuwagen können, sofern sie nicht älter als sechs Monate sind und höchstens 6000 km auf dem Tacho haben, ebenfalls verschrottet werden. Auch Firmen können die Prämie beantragen.

Der Trend zu spritsparenden Modellen kostet Arbeitsplätze

Montag, Oktober 5th, 2009

Die Autoindustrie steht seit der Wirtschaftskrise auf wackeligen Beinen. Doch auch der Trend zu spritsparenden Öko-Autos dürfte nicht mehr helfen. Nach Einschätzung der IG Metall werden in den kommenden Jahren vermehrt Arbeitsplätze wegfallen. Der Bedarf an Arbeitskräften sinkt.

Nach Angaben des Branchenverbandes VDA arbeiten derzeit ca. 720 000 Menschen in der deutschen Autoindustrie. Die abnehmende Wertschöpfung und steigende Produktivität sowie die wachsende Nachfrage nach spritsparenden Modellen lassen die Gewinnspanne und damit auch die Arbeitsplatzzahlen schrumpfen.

Das richtige Instrument, um viele Entlassungen zu vermeiden, ist Kurzarbeit, so Baden-Württembergs IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann. Aber auch die Mitarbeiterbeteiligung könnte an Bedeutung gewinnen.

Chinas Autoindustrie erreicht 2020 die weltweit größte Produktion

Freitag, September 4th, 2009

Die Volksrepublik China feiert in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag und befindet sich auch mit ihrer Autoindustrie auf der Überholspur. Verantwortlich dafür sind vor allem eigene Innovationen und die verstärkte Fokussierung auf Fahrzeuge mit neuen Energien. Experten zufolge wird China im Jahr 2020 die weltweit größte Produktion haben.

Schon vor 9 Jahren, im Jahr 2000, hat China damit begonnen, für Familien den Kauf von PKWs durch Förderungen besonders attraktiv zu machen. Derzeit machen Umsätze durch importierte Autos nur noch ca. drei Prozent aller Autoumsätze im Land aus, einheimische und Joint-Venture-Marken stellen den größten Teil. Chinas Automarken werden aber nicht nur im eigenen Land begeistert aufgenommen, sondern auch im Ausland. Im letzten Jahr wurden knapp eine Million Fahrzeuge aus China exportiert. Besonders beliebt waren dabei die Marken Chery, Lifan und BYD.

Die Entwicklung der eigenen Autoindustrie haben die Chinesen aber nicht nur mit eigenständigen Marken vorangetrieben, sondern auch mit alternativen Energieantrieben. Schon bei den Olympischen Sommerspielen im vergangenen Jahr wurden zwei Modelle von Chery eingesetzt. Autos mit Hybridantrieben sind bereits auf dem Markt, in den nächsten Monaten soll die nächste Serie folgen.

Studie: Massiver Stellenabbau in der Autoindustrie

Samstag, August 29th, 2009

Mehr als 90.000 Arbeitsplätze sind in Deutschland in Gefahr, denn die deutsche Autoindustrie ist trotz staatlicher Hilfen stark angeschlagen. Experten warnen vor steigender Insolvenz, wenn das Ende der Abwrackprämie erst einmal erreicht ist. Besonders betroffen sind Autohändler, die ein massiver Einbruch erwartet. Das berichtet die Tageszeitung „Die Welt” und beruft sich auf die Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger.

Derzeit machen Autohändler noch gute Umsätze und verkaufen mehr Fahrzeuge als 2008. Das ist aber nur ein Vorzieh-Effekt, denn wenn die Abwrackprämie ausläuft, wird fast jeder zweite Händler von Insolvenz bedroht sein, so Ralf Landmann, Autor der Studie. Geringere Nachfragen und sinkende Renditen werden vor allem die Unternehmen treffen, die in den letzten Jahren viel Geld in ihr eigenes Wachstum investiert und eigentlich alles richtig gemacht haben.

Sinkender Umsatz in der Autoindustrie verursacht nur geringen Stellenabbau

Donnerstag, August 13th, 2009

Die weltweite Absatzkrise hat viele Autohersteller hart getroffen. Dank Kurzarbeit ist es aber zu einem relativ geringen Stellenabbau gekommen: In den letzten 12 Monaten gab es einen Rückgang von nur 2,5 Prozent, während der Umsatz um satte 40 Prozent eingebrochen ist.

Die Stammbelegschaft soll so gut wie möglich gehalten werden, so Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbandes VDA. Deswegen sei besonders die Abwrackprämie für viele Hersteller und Zulieferer in diesem Jahr ein stabilisierendes Instrument. Allerdings ist die Erfolgsverteilung asymmetrisch und nicht alle Hersteller haben etwas von der steigenden Nachfrage. Derzeit sind besonders kleinere und kompaktere Modelle gefragt.

Wissmann weiß, dass das hohe Niveau, das durch die Abwrackprämie erreicht wurde, im nächsten Jahr nicht zu halten sein wird. Wichtig für den Auftrieb der heimischen Industrie ist vor allem der Erfolg auf den Auslandsmärkten. Da ein Ende der Absatzkrise aber noch lange nicht in Sicht ist, lässt sich bisher wenig ableiten.

GM stellt Antrag auf Insolvenz

Montag, Juni 1st, 2009

Am Montag ist es passiert: General Motors, in Glanzzeiten einer der weltgrößten Autohersteller,  hat nach monatelangem Kampf einen Antrag auf Insolvenz gestellt und hofft so, unter Beteiligung der US-Regierung, auf eine rettende Umstrukturierung. Vor dem Zugriff der Gläubiger ist der Konzern geschützt. Deren Zahl beläuft sich auf mehr als 100.000 und einen Schuldenberg von rund 172,8 Milliarden US-Dollar.

14 bis 16 Werke sollen im Rahmen der Neuordnung geschlossen, 21.000 Zeitarbeitsstellen bis Ende 2010 gestrichen werden. Die Finanztochter GMAC und GM Europe werden ihren Geschäftsbetrieb aber unverändert weiter führen.

Die US-Regierung hatte GM ein Ultimatum gestellt: Bis zum 1. Juni sollte ein Sanierungsplan vorgelegt werden oder das Unternehmen würde in die geordnete Insolvenz geführt. Diese Frist ist nun abgelaufen, die Regierung übernimmt, wie angekündigt, einen Kontrollanteil der GM-Anteile. 12,5 Prozent gehen an Kanada. Für die Restrukturierung werden beide Länder gemeinsam rund 40 Millionen US-Dollar bereitstellen.

US-Autoindustrie: Obama will Abgasemissionen reduzieren

Donnerstag, Mai 21st, 2009

Bis 2016, und damit vier Jahre früher als geplant, will Obama Abgasemissionen reduzieren. Er hat vor den durchschnittlichen Benzinverbrauch von derzeit 9,2 Liter um knapp 30 Prozent auf rund 6,6 Liter zu senken. Zudem will er den Ausstoß von Treibhausgasen generell um 30 Prozent reduzieren und so eine Gesamtlösung anstreben, die im ganzen Land einheitliche Standards setzt. Diese bleiben allerdings hinter den CO2 Grenzwerten in der EU zurück.

Mit seiner  Regelung wird Obama bereits jetzt von Umweltverbänden und Vertretern der Autoindustrie gefeiert. Allerdings will er nicht nur seine Ernsthaftigkeit im Kampf gegen den Klimawandel beweisen, sondern auch eine Planungssicherheit für die Autoindustrie schaffen, damit Hersteller Autos für das 21. Jahrhundert bauen können. Besonders für den kränkelnden Giganten GM und den insolventen Autobauer Chrysler steht die Umstellung auf sparsamere Autos im Fokus. Große Fahrzeuge, die Unmengen an Benzin schlucken, sind passé.

Die beschlossenen Regeln orientieren sich an den Umweltauflagen Kaliforniens. Der sonnige Bundesstaat sowie 13 weitere Staaten fordern bereits seit längerem strengere Vorgaben für den Energieverbrauch der Autos. Unter dem früheren US-Präsidenten Bush hatte die Umweltagentur EPA Kalifornien die Genehmigung zur Einführung strengerer Grenzwerte allerdings verweigert.

Nach jahrzehntelangem Warten kommt jetzt Bewegung in die US-Autoindustrie, denn Autohersteller sind, wie ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, gezwungen „effizientere und sauberere Fahrzeuge zu bauen”. Mit den neuen Auflagen werden Autos zwar teurer, die zusätzlichen Anschaffungskosten werden sich durch den niedrigen Verbrauch aber innerhalb von drei Jahren rechnen.

Konjunkturpaket sorgt für Hoffnungsschimmer

Samstag, Januar 17th, 2009

2009 hat für die weltweite Autoindustrie nicht viel besser begonnen, als 2008 zu Ende gegangen ist. Das zweite Konjunkturpaket der Bundesregierung lässt jetzt allerdings die Augen groß werden und sorgt für einen Hoffnungsschimmer unter den deutschen Autobauern.

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), ist der Meinung, dass das Konjunkturpaket II der gebeutelten Autoindustrie wieder den Rücken stärken kann und Verschrottungsprämien oder auch die Umstellung der Kfz-Steuer zusätzlich Arbeitsplätze sichern. Auf das Hilfspaket der Bundesregierung hat die Autoindustrie also höchst erfreut reagiert.

Autobesitzer, die ihr mindestens neun Jahre altes Fahrzeug verschrotten lassen und sich für den Kauf eines umweltfreundlichen Neuwagens ab Schadstoffklasse 4 entscheiden, bekommen vom Staat derzeit 2.500 Euro. Mit der geplanten Summe von 1,5 Mrd. Euro könnten demnach 600.000 Prämien bezahlt werden. Fehlen also nur noch die motivierten Verbraucher, die sich unter diesen Aspekten für die Anschaffung eines Neuwagens entscheiden. Aktuell kämen für die Abwrackprämie über 18 Millionen Autos in Deutschland in Frage.

Deutsche Autoindustrie zieht sich warm an für 2009

Samstag, Dezember 20th, 2008

Finanz-/Wirtschaftskrise. Diese Bezeichnung hat es innerhalb weniger Wochen zum Wort des Jahres gebracht und hält auch die deutsche Autoindustrie nach wie vor in Atem. Die Krise ist noch lange nicht vorbei.

Deutsche Autobauer wappnen sich deswegen schon jetzt für das kommende Jahr. Man rechnet mit 20 bis 25 Prozent Absatzeinbruch, weltweit, und will deswegen mit üppigen Sparprogrammen vorsorgen. Volkswagen prüft seine Modelle erneut, Daimler will die Kosten im großen Umfang senken und BMW die Händler mit Zuschüssen unterstützen.

Georg Fahrenschon, bayrischer Finanzminister der CSU, lehnt dennoch weiterhin staatliche Hilfen ab. Die Notlage deutscher Firmen sei noch lange nicht so dramatisch wie in Amerika und rechtfertige deshalb nicht den Ruf nach staatlichen Subventionen.  

Deutsche Autozulieferer sehen das etwas anders, denn auch sie hat die Krise inzwischen voll erfasst. Aufgrund der Absatzflaute droht kleineren Herstellern sogar das Aus. Der europäische Zuliefererverband fordert mittlerweile Kreditgarantien in Milliardenhöhe.