Wie fahrtüchtig sind Senioren?
Montag, Juli 20th, 2009Viele Rentner wissen um ihre eingeschränkte und nachlassende Fahrtüchtigkeit und meiden deshalb häufige Fahrten im Straßenverkehr, besonders unter unfallbegünstigenden Situationen wie Dunkelheit, Regen oder Schnee. Nach dem jüngsten Unfall bei einem Schützenumzug in Menden, bei dem ein 79-Jähriger in eine Menschengruppe gerast ist, werden aber wieder Diskussionen laut.
Rentnern eilt ein schlechter Ruf voraus. Allerdings zu unrecht. Statistisch gesehen verursachen sie seltener Unfälle als jüngere Fahrer und sind viel häufiger selbst Opfer. Aufgrund ihres Alters tragen sie aber oft erhebliche Verletzungen und damit Folgeschäden davon. Rund ein Fünftel der Bevölkerung ist heute bereits über 65. In 40 Jahren werden es schon über 30 Prozent sein. Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer der AZT Automative GmbH, fordert deshalb Konsequenzen und beispielsweise die verstärkte Einrichtung von Tempo-30-Zonen oder die Verlängerung von Ampelphasen.
Dies allein wird das Problem aber nicht lösen. Die Fahrtüchtigkeit von Senioren ist derzeit vielerorts Thema, ebenso die Durchführung eventueller Tauglichkeitstest. Der ADAC hat bereits reagiert und in einigen Regionen einen „Fahrer-Fitness-Check” eingeführt. Pflichttests werden aber abgelehnt, da sie diskriminierend seien und auch die rechtlichen Möglichkeiten fehlen. Es kann also nur an die Verantwortung jedes einzelnen Autofahrers appelliert werden.
Ein Schuss ins Leere, denn viele Rentner bevorzugen das Auto, da sie körperlich nicht mehr fit genug sind, um größere Strecken zu Fuß zurückzulegen.