Posts Tagged ‘abwrackprämie’

Endspurt um die staatliche Abwrackprämie

Mittwoch, August 26th, 2009

So langsam brechen die letzten Tage der Abwrackprämie an und wie ein Sprecher des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mitgeteilt hat, wird es keine Stichtagregelung geben, da die exakte Summe nicht zu treffen sei. Alle zur Verfügung stehenden Mittel sollen vollständig an die Autokäufer ausgezahlt werden.

Die Behörde hat mittlerweile eine Warteliste eingerichtet. Antragsteller, die bisher leer ausgegangen sind, können hier nachrücken, wenn bereits zugesagte Prämien nicht abgerufen werden. Das ist häufig bei Doppelbeantragungen oder fehlenden Nachweisen über die Verschrottung des Altautos der Fall.

Für die Abwrackprämie werden insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Bei Prämien in Höhe von je 2.500 Euro reichen die staatlichen Fördermittel demnach für die Bewilligung von zwei Millionen Anträgen. Sobald die Grenze dieser Reservierungen überschritten ist, sollen auch keine weiteren Reservierungsmitteilungen mehr verschickt werden, damit niemand umsonst den Antrag ausfüllt.

Wer noch einen Antrag stellen will, kann sich auf den Internetseiten des BAFA über die Anzahl der Anträge informieren, die noch zur Verfügung stehen.

Hier geht’s zum Internetauftritt des BAFA.

Sinkender Umsatz in der Autoindustrie verursacht nur geringen Stellenabbau

Donnerstag, August 13th, 2009

Die weltweite Absatzkrise hat viele Autohersteller hart getroffen. Dank Kurzarbeit ist es aber zu einem relativ geringen Stellenabbau gekommen: In den letzten 12 Monaten gab es einen Rückgang von nur 2,5 Prozent, während der Umsatz um satte 40 Prozent eingebrochen ist.

Die Stammbelegschaft soll so gut wie möglich gehalten werden, so Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbandes VDA. Deswegen sei besonders die Abwrackprämie für viele Hersteller und Zulieferer in diesem Jahr ein stabilisierendes Instrument. Allerdings ist die Erfolgsverteilung asymmetrisch und nicht alle Hersteller haben etwas von der steigenden Nachfrage. Derzeit sind besonders kleinere und kompaktere Modelle gefragt.

Wissmann weiß, dass das hohe Niveau, das durch die Abwrackprämie erreicht wurde, im nächsten Jahr nicht zu halten sein wird. Wichtig für den Auftrieb der heimischen Industrie ist vor allem der Erfolg auf den Auslandsmärkten. Da ein Ende der Absatzkrise aber noch lange nicht in Sicht ist, lässt sich bisher wenig ableiten.

Die Abwrackprämie wird nicht aufgestockt

Sonntag, Juli 5th, 2009

Fünf Milliarden Euro und keinen Cent mehr. Die Koalition hat endgültig beschlossen, dass die Abwrackprämie, die bereits im Mai von 1,5 auf 5 Milliarden Euro aufgestockt worden war, nicht verlängert wird. Eine Entscheidung, die für viele zu spät kommt. CDU und FDP verglichen die Autoindustrie bereits mit einem Drogenabhängigen, der auf den nächsten „Schuss” wartet und warnten vor den Entzugsfolgen. Die 5 Milliarden werden vor Jahresende ausgeschöpft sein. Experten rechnen sogar damit, dass dies möglicherweise schon im September, dem Monat der Bundestagswahl, der Fall sein könnte.

Jetzt, wo das Ende der Prämie nah ist, wird die Kritik an der Abwrackprämie immer lauter. Steffen Kampeter, der haushaltspolitische Sprecher der Union, der zuvor Forderungen nach einer Verlängerung zurückgewiesen hatte, plädiert für Konzepte, mit denen die kommenden Herausforderungen gemeistert werden wollen. Andere werden deutlicher und betiteln die Abwrackprämie als „ökologischen und ökonomischem Unsinn, der zu erheblichen Marktverzerrungen führt” und dafür sorgt, dass der „Neuwagenmarkt im nächsten Jahr richtig einbrechen wird”.

Noch ist Geld für 280.000 Fahrzeuge übrig.

Das Reich der Mitte wird zum Zugpferd

Sonntag, Juni 28th, 2009

China nähert sich den USA und damit dem größten Automobil-Markt der Welt. Nach Schätzungen des deutschen Verbandes der Automobilindustrie steigen die Pkw-Zulassungen im Reich der Mitte binnen Jahresfrist um 55 Prozent auf 728.300 Fahrzeuge an. Wenn es nach Stückzahlen geht, ist China bereits der größte Auslandsmarkt für die deutschen Autobauer. Wie machen die das? Ganz einfach: Mit staatlichen Programmen und einer Senkung der Verkaufssteuer. So konnte China die Konjunktur trotz weltweiter Absatzkrise mächtig angekurbelt. Ganz im Gegensatz zu den restlichen Nationen.

Immer mehr Staaten in Europa bremsen sich mit der Abwrackprämie gegenseitig aus und verzeichnen nur noch sinkende Verkaufszahlen. In den EU-Ländern Osteuropas sieht es noch schlechter aus. Die Neuzulassungen brachen um 26 Prozent ein. Allein auf dem russischen Automobilmarkt waren es 58 Prozent.

Die Chinesen haben den Trend erkannt. Sie sehen ihre Zukunft in alternativer Antriebstechnik und investieren, trotz Krise, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Zeigt her eure Autos

Samstag, Juni 20th, 2009

Der deutsche Automarkt ist im Mai mit 384.578 neu zugelassenen Fahrzeugen um rund 40 Prozent gewachsen und hat damit den Wiedervereinigungsboom von 1991 übertroffen. All die Autos, die in den letzten Wochen gekauft mit Hilfe der Abwackprämie finanziert worden, finden sich jetzt langsam auf den Straßen.

Abwrack-Sieger ist dabei ganz klar Volkswagen. Im Mai kamen die Wolfsburger auf 82.108 Neuzulassungen und konnten so gegenüber dem April ein Plus von 60,2 Prozent einfahren. Opel landete auf Platz 2 und konnte mit 39.250 Fahrzeugen einen Zuwachs von 57,1 Prozent verzeichnen. Mit 30.876 Neuzulassungen sicherte sich Ford den dritten Platz. Dahinter landete BMW, trotz eines Rückgangs von 6,7 Prozent. Unter die Top 5 schaffte es außerdem erstmals Renault. Gegenüberdem Vorjahresmonat konnte das Unternehmen ein Plus von 117 Prozent verzeichnen.

US-Autobauer werden mit der Abwrackprämie unterstützt

Freitag, Juni 12th, 2009

Damit der Kauf von spritsparenden Fahrzeugen angetrieben wird, haben die USA jetzt ihre eigene Abwrackprämie und eifern dem deutschen Vorbild nach. Die Absatz-Flaute, mit der im kommenden Jahr gerechnet wird, scheint vorerst nicht zu interessieren.

Die Abwrackprämie entwickelt sich immer mehr zum Exportschlager und wird bereits in einigen Ländern nachgeahmt. Auch die USA wollen ihrer angeschlagenen Autoindustrie damit jetzt wieder auf die Beine helfen und den Absatz von spritsparenden Fahrzeugen mit bis zu vier Milliarden Dollar ankurbeln. „Cash for Clunkers” nennt sich das Ganze über dem großen Teich und soll pro Fahrzeug bis zu 4500 Dollar bringen. Davon sollen allerdings eher Massen- als Luxushersteller profitieren. Toyota oder Ford haben demnach bessere Karten als Mercedes oder Porsche.

Das Essener Marktforschungsinstitut rechnet nach der Einführung der Prämie mit 800.000 zusätzlichen Neuregistrierungen, weil davon ausgegangen wird, dass viele, die sich bisher einen Gebrauchtwagen gekauft haben, erstmals auf einen Neuwagen umsteigen werden. Wie es sich in Deutschland bereits abzeichnet, führt dies allerdings zu vielen vorgezogenen Autokäufen und einem stärkeren Markteinbruch nach Ablauf der Prämie.

Immer mehr Autokäufer verzichten auf viele PS

Montag, Mai 25th, 2009

Der Trend zu PS-starken Fahrzeugen scheint gebrochen. Seit der Einführung der Abwrackprämie kaufen die Deutschen wieder weniger leistungsstarke Fahrzeuge und haben die durchschnittliche PS-Zahl in den ersten vier Monaten des Jahres auf 116,9 PS gesenkt. 2008 waren es noch 131,2 PS. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Center Automotive Research (CAR).

Vor 14 Jahren, 1995, hatten Neuwagen in Deutschland noch durchschnittlich 94,5 PS. In den letzten Jahren war dieser Wert kontinuierlich gestiegen. CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer geht allerdings davon aus, dass sich die Leistungsstärke in diesem Jahr nicht weiter verringern wird, da das Interesse an der Abwrackprämie und damit auch an Klein- und Kleinstwagen allmählich nachlässt. Statt 10.000 und mehr Anträgen/Tag beantragen derzeit täglich „nur” noch rund 8.000 Bürger die staatliche Prämie. Bis Anfang Juni soll die Zahl auf 5.000 zurückgehen.

Dudenhöffer ist sich zudem sicher, dass „ das Nachbeben der Abwrackprämie im deutschen Markt auch noch im Jahr 2010 stark zu spüren sein wird”. Er sieht viele Markenhändler als existenzgefährdet, da Verbraucher nach dem Wegfall der Abwrackprämie hohe Rabatte einfordern werden.

Was lohnt sich mehr: Der konventionelle Autoverkauf oder die Abwrackprämie?

Dienstag, Mai 19th, 2009

2.500 Euro. Das ist die Summe, die der Staat derzeit jedem zahlt, der sein mindestens neun Jahre altes Auto verschrotten lässt und sich im Gegenzug für einen umweltfreundlichen Neuwagen entscheidet. Nicht immer muss die Abwrackprämie aber die beste Wahl sein.

Autos, die älter als neun Jahre sind, sind häufig nämlich mehr wert als 2.500 Euro. Ein Golf 4, 98er Baujahr, hat im Durchschnitt beispielsweise noch einen Wert von 4.500 Euro, bei einem BMW können es sogar über 5.000 Euro sein. In einem solchen Fall kann ein konventioneller Autoverkauf deutlich lukrativer sein und viel mehr Geld für die Anschaffung eines neuen Wagens bringen.

Es gibt aber natürlich auch Fahrzeuge, bei denen der Weg in die staatliche Verschrottung die bessere Entscheidung ist. Unfallwagen oder Auto mit größeren Defekten, die bei einem Verkauf deutlich weniger als 2.500 Euro erhalten würden, können von der staatlichen Prämie z.B. ordentlich profitieren und so wesentlich mehr Geld einbringen.

Abwrackprämie in der Warteschleife

Samstag, Mai 9th, 2009

Noch gehen täglich bis zu 7000 Anträge beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ein. Rund 800 000 Anträge verstauben allerdings auf den Schreibtischen der Sachbearbeiter, weil die benötigten finanziellen Mittel vom Bund noch nicht verfügbar sind.

Zu Beginn der Abwrackprämie waren 1,5 Milliarden Euro für die Rettung der deutschen Autoindustrie vorgesehen, aufgrund der großen Nachfrage hat sich diese Summe allerdings schnell als unzureichend herausgestellt. Es wurde also eine Aufstockung auf fünf Milliarden Euro beschlossen. Für diese Bewilligung ist allerdings ein komplettes Gesetzgebungsverfahren notwendig, das vom Bundestag wohl am 29. Mai abgeschlossen werden soll. Ab Mitte Juni könnte das Geld zur Verfügung stehen. Bis dahin stellt die Abwrackprämie zahlreiche Antragsteller weiterhin auf die Geduldsprobe.

Briten und Japaner kopieren die Abwrackprämie

Sonntag, April 19th, 2009

Auch auf der Insel hält sich in Zeiten der Krise die Nachfrage nach Neufahrzeugen in Grenzen. Schatzkanzler Alistair Darling plant deshalb eine Abwrackprämie für Altautos und erhofft sich so eine Konjunkturspritze. Jeder, der ein neues bzw. neuwertiges Auto kauft, soll demnach für seinen mindestens neun Jahre alten Wagen rund 2.200 Euro erhalten.

Den japanischen Autobauern geht es unterdes auch nicht viel besser. Die Absatzzahlen im März zeigen ein Minus von 31 Prozent und auch die Auslandsnachfrage sinkt stetig. Toyota, Honda und Co. hoffen deshalb auf staatliche Maßnahmen und sprachen sich für eine japanische Abwrackprämie aus. Rund 1.800 Euro soll dabei jeder erhalten, der sein altes Auto verschrottet und ein neues kauft.

Während die Japaner noch Hoffen und Bangen, können die Briten vielleicht schon bald munter „abwracken”: Am 22. April will Darling seine Pläne für eine Abwrackprämie vorstellen. Wirtschafts- und Finanzministerium verhandeln derzeit schon über die genauen Details der Subvention. Für die britische Automobilindustrie wäre die Prämie sicher ein Hoffnungsschimmer. Das deutsche Vorbild zeigt allerdings, dass auch dieser seine Schattenseiten haben kann und wird.